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Die Erfindung des automatisierten externen Defibrillators (AED)

Wis­sen Sie, wer auf die famo­se Idee des trag­ba­ren Defi­bril­la­tors kam? Auch, dass der ers­te Defi­bril­la­tor 70 Kilo­gramm schwer war? Und wie lan­ge es den AED gibt?

 

Prof. Frank Pan­tridge, Kar­dio­lo­ge aus Nord­ir­land, revo­lu­tio­nier­te die Not­fall­me­di­zin mit der Erfin­dung des trag­ba­ren Defi­bril­la­tors. Durch einen Kol­le­gen wur­de er auf einen Arti­kel auf­merk­sam, aus dem her­vor­ging, dass etwa 60 Pro­zent der US-Sol­da­ten des Zwei­ten Welt­kriegs, die einen Herz­in­farkt erlit­ten, inner­halb der ers­ten Stun­de ver­star­ben. Dar­auf mein­te er: «Nun, wenn dem so sei, müs­sen wir sie eben abholen.»

Sei­ne über­ra­gen­de Idee war es, den Defi­bril­la­tor zum Pati­en­ten zu brin­gen. Dies zog zwei tech­ni­sche Pro­ble­me nach sich: Wie betreibt man einen Defi­bril­la­tor ohne Netz­strom­ver­sor­gung? Und wie bringt man ein 70 kg schwe­res Gerät zum Patienten?

 

Seit 1966 im Einsatz

 

Inner­halb von acht Mona­ten war die mobi­le Inten­siv­sta­ti­on ein­satz­be­reit. Sie bestand aus einem Kran­ken­wa­gen, der mit Elek­tro­kar­dio­gramm (EKG) und Defi­bril­la­tor aus­ge­stat­tet war sowie einem Team aus Fah­rer, Arzt und Kran­ken­schwes­ter. Der ers­te Ein­satz erfolg­te am 6. Janu­ar 1966. Bis zur ers­ten erfolg­rei­chen Wie­der­be­le­bung dau­er­te es bis in die zwei­te Jah­res­hälf­te des­sel­ben Jahres.

Ein wei­te­res Ziel bestand für Pan­tridge dar­in, einen leich­ten und trag­ba­ren Defi­bril­la­tor zu ent­wi­ckeln. Zusam­men mit dem Bio­in­ge­nieur John Ander­son erschuf das Team den Pan­tridge-Defi­bril­la­tor. Die­ser hat­te die Grös­se eines Tran­sis­tor­ra­di­os und wog 3,2 Kilogramm.

 

Weiterentwicklung in den USA

 

Die Idee des mobi­len Defi­bril­la­tors wur­de in den USA wei­ter­ent­wi­ckelt und den loka­len Bedürf­nis­sen ange­passt. Der Defi­bril­la­tor wur­de Sani­tä­tern, Feu­er­wehr­leu­ten und schliess­lich der Öffent­lich­keit zugäng­lich gemacht.

 

Kreation des AED im Zug

 

Der Erfin­der­geist kann­te kei­ne Gren­zen – der auto­ma­ti­sier­te exter­ne Defi­bril­la­tor (AED) war gebo­ren. Der Vor­teil? Der Defi­bril­la­tor erkann­te das Kam­mer­flim­mern auto­ma­tisch, nur dann durf­te der Schock aus­ge­löst wer­den. Die­se Idee ent­wi­ckel­te Frank Pan­tridge wäh­rend einer Zug­fahrt zwi­schen Gent und Ams­ter­dam am 6. März 1976. Damit stand der Wei­ter­ent­wick­lung des AED abso­lut nichts mehr im Weg.