Erste Hilfe Lexikon

A

ABCDE-Schema

Das ABCDE-Sche­ma ist ein mög­li­ches Vor­ge­hen, einen Not­fall­pa­ti­en­ten sys­te­ma­tisch zu unter­su­chen und zu behan­deln. Dabei wer­den poten­zi­ell töd­li­che Stö­run­gen der lebens­wich­ti­gen Funk­tio­nen zuerst behandelt.

Auf­bau:

  • Air­way: Sind die Atem­we­ge frei? Sta­bi­li­sa­ti­on der Halswirbelsäule
  • Breat­hing: Atmet der Pati­ent normal?
  • Cir­cu­la­ti­on: Ist der Kreis­lauf stabil?
  • Disa­bi­li­ty: Ist das Bewusst­sein normal?
  • Exposure/Environment: Pati­ent zur Unter­su­chung ent­klei­den und danach vor Wit­te­rung schützen

AED

Ein AED (auto­ma­ti­sier­ter exter­ner Defi­bril­la­tor) ist ein Appa­rat, der das Elek­tro­kar­dio­gramm des Pati­en­ten inter­pre­tiert und bei poten­zi­ell töd­li­chen Herz­rhyth­mus­stö­run­gen einen Strom­im­puls abgibt. Da AED spe­zi­ell für die Anwen­dung durch Lai­en ent­wi­ckelt wur­den, ver­fü­gen die­se Gerä­te über lai­en­ge­rech­te Sprech­an­wei­sun­gen. Nur bei der Not­wen­dig­keit eines Schocks wird die Schock­tas­te aktiv geschal­tet. Es ist also nicht mög­lich, fälsch­li­cher­wei­se zu defibrillieren.

In 80 Pro­zent der Fäl­le wird der Herz-Kreis­lauf-Still­stand durch Kam­mer­flim­mern her­vor­ge­ru­fen. Die­se plötz­lich auf­tre­ten­de Herz­rhyth­mus­stö­rung kommt durch unko­or­di­nier­te elek­tri­sche Impul­se im Her­zen zustan­de wodurch das Herz zu pum­pen auf­hört. Mit der Herz­druck­mas­sa­ge und der künst­li­chen Beatmung wer­den die lebens­wich­ti­gen Orga­ne wei­ter­hin mit Sauer­stoff ver­sorgt. Durch den Ein­satz des Defi­bril­la­tors wird das Kam­mer­flim­mern beendet.

Alkoholvergiftung

Eine aku­te Alko­hol­ver­gif­tung ent­steht durch den über­mäs­si­gen Kon­sum von Etha­nol. Eine Blut­al­ko­hol­kon­zen­tra­ti­on über fünf Pro­mil­le ist meist tödlich.

Sym­pto­me:

  • Ver­hal­tens­stö­run­gen (Kon­troll­ver­lust, Enthemmung)
  • Neu­ro­lo­gi­sche Stö­run­gen (Koor­di­na­ti­ons­stö­run­gen, Sprachstörungen)
  • Gedächt­nis­lü­cken
  • Bewusst­seins­ein­trü­bung bis zur Bewusstlosigkeit
  • Atem­de­pres­si­on

Allergische Reaktion

Eine All­er­gie ist eine über­schies­sen­de und uner­wünsch­te Immun­re­ak­ti­on des Kör­pers auf einen harm­lo­sen Umwelt­stoff (Anti­ge­ne bezie­hungs­wei­se All­er­ge­ne). Der Kör­per reagiert je nach All­er­gie­typ unterschiedlich.

Sym­pto­me:

  • Atem­we­ge: Atem­not, Asth­ma­an­fall, Anschwel­len der Atemwege
  • Haut: Schwel­lung, Rötung, Juck­reiz, Nesselfieber
  • Augen: Jucken, Bren­nen, Tränen
  • Magen-Darm-Trakt: Durch­fall, Übelkeit
  • All­ge­mein: Fie­ber, Müdig­keit, Bewusstseinsverlust

Aneurysma

Ein Aneu­rys­ma ist eine krank­haf­te Erwei­te­rung eines Blut­ge­fäs­ses. Die­se Wand­schwä­che eines Blut­ge­fäs­ses kann ange­bo­ren sein, oder sie ent­steht im Lau­fe des Lebens. In 80 Pro­zent der Fäl­le liegt eine Arte­rio­skle­ro­se zugrunde.

Aneu­rys­men ver­ur­sa­chen kei­ne Sym­pto­me, solan­ge die Durch­blu­tung im betrof­fe­nen Gefäss­ab­schnitt nicht ver­min­dert ist und sie anlie­gen­de Struk­tu­ren nicht ver­drän­gen. Das Plat­zen eines arte­ri­el­len Aneu­rys­mas kann zur Mas­sen­blu­tung und schliess­lich zum Tod führen.

Angina pectoris

Bei Angi­na pec­to­ris (Brust­en­ge) han­delt es sich um einen anfalls­ar­tig auf­tre­ten­den Brust­schmerz, der durch eine ver­min­der­te Durch­blu­tung des Herz­mus­kels aus­ge­löst wird. Ursa­che ist meis­tens eine Ver­en­gung der Herz­kranz­ge­fäs­se, bedingt durch Abla­ge­run­gen von Fett­sub­stan­zen in der Arte­rie (Arte­rio­skle­ro­se). Dadurch kommt es zu einer Min­der­durch­blu­tung eines Are­als des Herzmuskels.

Meis­tens kla­gen die Betrof­fe­nen über einen been­gen­den Druck oder klem­men­de Schmer­zen in der Brust­mit­te, oft in den lin­ken Arm aus­strah­lend. Typi­scher­wei­se tre­ten die Sym­pto­me unter kör­per­li­cher Belas­tung auf.

Aspiration

Als Aspi­ra­ti­on bezeich­net man das unab­sicht­li­che Ein­at­men von Flüs­sig­kei­ten oder Fremd­kör­pern (Fremd­kör­per­aspi­ra­ti­on) in die Lunge.

Asthma bronchiale

Beim Asth­ma bron­chia­le sind die Bron­chi­en ent­zünd­lich ver­än­dert, über­reizt und ver­engt. Die­se Erkran­kung beginnt oft schon im Kin­des­al­ter. Die Beschwer­den müs­sen nicht ganz­jäh­rig auftreten.

Die Haupt­sym­pto­me sind Atem­not mit einem pfei­fen­den Geräusch beim Aus­at­men und ein aus­ge­präg­ter Hustenreiz.

Wäh­rend des Asth­ma­an­falls soll­te der Pati­ent eine auf­rech­te Posi­ti­on ein­neh­men und die Arme auf­stüt­zen. Dies erlaubt es ihm, sei­ne Atem­hilfs­mus­ku­la­tur zu gebrau­chen und bes­ser atmen zu kön­nen. Die­se Posi­ti­on nennt man auch „Kut­scher­sitz“.

Asystolie

Als Asy­sto­lie wird das Aus­set­zen der elek­tri­schen und mecha­ni­schen Akti­vi­tät bezeich­net. Dies führt unmit­tel­bar zum Herz-Kreis­lauf-Still­stand. Im EKG ist dann eine soge­nann­te Null­li­nie zu sehen.

Fünf bis zehn Sekun­den nach Ein­set­zen des Herz-Kreis­lauf-Still­stan­des kommt es zum Bewusst­seins­ver­lust, und der Pati­ent hört auf zu atmen. Par­al­lel dazu kön­nen am Anfang Krämp­fe am gan­zen Kör­per auftreten.

Bei einer Asy­sto­lie muss sofort reani­miert wer­den. Bei der Asy­sto­lie nützt die Defi­bril­la­ti­on nicht.

B

Bewusstlosigkeit

Wenn eine Per­son weder auf Anspre­chen noch Schüt­teln reagiert, aber nor­mal atmet, spricht man von Bewusst­lo­sig­keit. Mög­li­che Ursa­chen sind Ver­gif­tun­gen, Schä­del­ver­let­zung, Unter­zu­cke­rung, Hirn­schlag oder eine Hirnblutung.

Der Bewusst­lo­se soll­te in die sta­bi­le Sei­ten­la­ge gedreht wer­den, da in der Rücken­la­ge die Gefahr des Ersti­ckens droht.

BLS

BLS (Basic Life Sup­port) bezeich­net die lebens­ret­ten­den Sofort­mass­nah­men, also die Herz-Lun­gen-Wie­der­be­le­bung. Durch Herz­druck­mas­sa­ge und Beatmung wer­den die Orga­ne wei­ter mit Blut und Sauer­stoff ver­sorgt, bis erwei­ter­te The­ra­pie­mass­nah­men mög­lich sind.

C

CPR

CPR steht für «Car­dio­pul­mo­na­ry Resus­ci­ta­ti­on» und ent­spricht dem BLS (Basic Life Support).

D

Defibrillator

Der Defi­bril­la­tor ist ein elek­tro­ni­sches Gerät, mit des­sen Hil­fe über Elek­tro­den Strom in kur­zen Schock­wel­len an das Herz abge­ge­ben wer­den kön­nen. Mit der Defi­bril­la­ti­on ver­sucht man poten­zi­ell töd­lich ver­lau­fen­de Herz­rhyth­mus­stö­run­gen, wie bei­spiels­wei­se Kam­mer­flim­mern, zu behe­ben. Kam­mer­flim­mern ist eine unko­or­di­nier­te Abfol­ge elek­tri­scher Impul­se im Her­zen selbst. Mit­hil­fe des Defi­bril­la­tors wird Kam­mer­flim­mern been­det, sodass das Herz wie­der zu sei­ner nor­ma­len Funk­ti­ons­wei­se zurückkehrt.

Druckverband

Ein Druck­ver­band ist eine Ers­te-Hil­fe-Mass­nah­me zur Ver­sor­gung von stark blu­ten­den Wun­den. Dabei wird mit einem Ver­band Druck auf das dar­un­ter­lie­gen­de Gewe­be ver­übt, um Blut­ver­lust zu ver­mei­den. Star­ke Blu­tun­gen müs­sen mög­lichst schnell gestoppt wer­den, da ein gros­ser Blut­ver­lust zum Tode füh­ren kann.

E

EKG

Mit dem EKG (Elek­tro­kar­dio­gramm) zeich­net man die elek­tri­sche Akti­vi­tät des Her­zens auf. Vor allem in der Dia­gnos­tik von Herz­rhyth­mus­stö­run­gen oder eines Herz­in­fark­tes spielt das EKG eine wich­ti­ge Rolle.

Elektrounfall

Ein Elek­troun­fall ist eine Ver­let­zung durch elek­tri­schen Strom. Ver­bren­nun­gen und Kam­mer­flim­mern sind mög­lich. Die meis­ten Strom­un­fäl­le ereig­nen sich im häus­li­chen Umfeld. 

Unfäl­le mit Hoch­span­nung füh­ren zu schwe­ren Ver­bren­nun­gen. Auch töd­lich ver­lau­fen­de Herz­rhyth­mus­stö­run­gen sind möglich.

Epiglottitis

Bei der Epi­glot­ti­tis han­delt es sich um eine Ent­zün­dung des Kehl­de­ckels (Epi­glot­tis). Meist wird die Epi­glot­ti­tis durch Bak­te­ri­en verursacht.

Frü­her war dies eine häu­fi­ge Erkran­kung von Kin­dern. Heu­te ist die Epi­glot­ti­tis eine sel­te­ne Erkran­kung, da bereits vie­le Men­schen dage­gen geimpft sind. Bei unge­nü­gen­dem Impf­schutz kann die Epi­glot­ti­tis auch im Erwach­se­nen­al­ter auftreten. 

Die Sym­pto­me begin­nen rasch und ver­lau­fen hef­tig. Es han­delt sich um eine lebens­ge­fähr­li­che Erkran­kung, da die Gefahr des Ersti­ckens droht. Meist besteht hohes Fie­ber, und Betrof­fe­ne kla­gen über star­ke Hals- und Schluck­schmer­zen. Oft besteht ver­stärk­ter Spei­chel­fluss. Beim Ein­at­men hört man ein pfei­fen­des oder zischen­des Atem­ge­räusch. Die Spra­che klingt klossig.

Epilepsie

Mit Epi­lep­sie wird das wie­der­hol­te Auf­tre­ten von epi­lep­ti­schen Anfäl­len bezeich­net. Bei den Anfäl­len kommt es zu einer unko­or­di­nier­ten elek­tri­schen Akti­vi­tät des Gehirns, die je nach betrof­fe­ner Hirn­re­gi­on ein ent­spre­chen­des Erschei­nungs­bild hat.

Ein ein­ma­li­ger Krampfan­fall kann auch ohne das Vor­lie­gen einer Epi­lep­sie auf­tre­ten, zum Bei­spiel im Alko­hol­rausch, bei Schlaf­ent­zug, hohem Fie­ber oder Unter­zu­cke­rung. Sol­che Gele­gen­heits­an­fäl­le kom­men bei bis zu 10 Pro­zent der Bevöl­ke­rung vor.

F

FAST-Test

Der FAST-Test ist ein Schnell­test zur Erken­nung eines Schlag­an­falls, der auch von Lai­en­hel­fern durch­ge­führt wer­den kann.

FAST steht für:

  • Face (Gesicht): Es gilt, die betrof­fe­ne Per­son auf­zu­for­dern, ihre Zäh­ne zu zei­gen. Man sieht einen hän­gen­den Mund­win­kel oder schief ste­hen­den Mund.
  • Arm (Arme): Ein Arm hängt oder sinkt nach unten, nach­dem die betrof­fe­ne Per­son mit geschlos­se­nen Augen bei­de Arme (Hand­flä­che nach oben zei­gend) ausstreckt.
  • Speech (Spra­che): Die Per­son spricht undeut­lich oder unverständlich.
  • Time (Zeit): Alar­mie­ren Sie sofort den Not­ruf 144. Jede Minu­te ist für die wei­te­re Lebens­qua­li­tät des Pati­en­ten ent­schei­dend. Haben Sie kei­ne Angst vor einem fal­schen Alarm.

Fieberkrampf

Fie­ber­krämp­fe sind Krampf­an­fäl­le, die bei hohem Fie­ber auf­tre­ten kön­nen. Bei die­sen Krampf­an­fäl­len han­delt es sich in der Regel nicht um Epi­lep­sie. Fie­ber­krämp­fe sind mit einem Anteil von etwa 50 Pro­zent die häu­figs­ten Gele­gen­heits­krämp­fe und betref­fen vor allem Kinder.

Fie­ber­krämp­fe kön­nen durch schnell anstei­gen­de Kör­per­tem­pe­ra­tur von über 39 °C aus­ge­löst wer­den. Es kommt zu Bewusst­lo­sig­keit, unre­gel­mäs­si­ger Atmung und Augen­ver­dre­hen. Wäh­rend­des­sen ist die Atmung nicht nor­mal. Das Gesicht kann sich blau ver­fär­ben. Nach dem Anfall sind die Kin­der oft müde und erschöpft.

Auch wenn ein Fie­ber­krampf sehr schlimm aus­sieht, erholt sich das Kind meis­tens sehr schnell. Es wird emp­foh­len, das Kind nach einem Fie­ber­krampf ärzt­lich unter­su­chen zu lassen.

G

GCS

Mit dem GCS (Glas­gow Coma Sca­le) wer­den Bewusst­seins- und Hirn­funk­ti­ons­stö­run­gen nach einem Schä­del-Hirn-Trau­ma bewer­tet. Beur­teilt wer­den dabei drei Kri­te­ri­en: das Ver­mö­gen, die Augen zu öff­nen sowie die Qua­li­tät ver­ba­ler und moto­ri­scher Reaktionsfähigkeit.

H

Heimlich-Manöver

Das Heim­lich-Manö­ver ist eine Ers­te-Hil­fe-Mass­nah­me, die bei Ersti­ckungs­ge­fahr durch Fremd­kör­per­aspi­ra­ti­on durch­ge­führt wird. Es soll­te nicht bei Kin­dern unter einem Jahr ange­wen­det werden.

Dabei umgreift man den Betrof­fe­nen von hin­ten und übt mit der Faust kräf­ti­ge Druck­stös­se auf den Ober­bauch in Rich­tung Zwerch­fell aus. Ziel ist die Druck­stei­ge­rung in den Atem­we­gen, um den Fremd­kör­per aus­stos­sen zu können.

Herz-Kreislauf-Stillstand

Beim Herz-Kreis­lauf-Still­stand hört das Herz auf zu pum­pen, und die Atmung des Betrof­fe­nen setzt aus.

Die wenigs­ten Pati­en­ten über­le­ben einen Herz-Kreis­lauf-Still­stand aus­ser­halb des Spi­tals, weil es zu lan­ge dau­ert, bis der Ret­tungs­dienst ein­trifft. Durch unver­züg­li­che Reani­ma­ti­on und Ein­set­zen eines AED stei­gen die Über­le­bens­chan­cen deutlich.

Hirnblutung

Bei der Hirn­blu­tung han­delt es sich um eine Blu­tung im Schä­del. Dafür gibt es ver­schie­de­ne Ursa­chen wie etwa ein geplatz­tes Aneu­rys­ma. Eine Hirn­blu­tung kann an unter­schied­li­chen Stel­len im Schä­del auftreten.

Durch den Blut­erguss wird das Hirn­ge­we­be geschä­digt. Es kann zu Funk­ti­ons­stö­run­gen oder zum Abster­ben von Hirn­ge­we­be kom­men und letzt­lich zum Tod führen.

Hirnschlag

Als Hirn­schlag oder Schlag­an­fall bezeich­net man die Beein­träch­ti­gung eines Hirn­are­als, bedingt durch eine Durch­blu­tungs­stö­rung im Gehirn. Dies kann zum Abster­ben von Gehirn­ge­we­be führen.

Mög­li­che Ursa­chen für einen Schlag­an­fall sind:

  • Hirn­in­farkt: In rund 85 Pro­zent der Fäl­le liegt eine Man­gel­durch­blu­tung auf­grund eines Gefäss­ver­schlus­ses vor.
  • Hirn­blu­tung: In rund 15 Pro­zent der Fäl­le liegt eine Hirn­blu­tung vor, bedingt durch den Riss eines Blut­ge­fäs­ses im Gehirn.

Sym­pto­me:

  • Plötz­li­che halb­sei­ti­ge Schwä­che, Läh­mung oder Gefühls­stö­rung, even­tu­ell nur Armschwäche
  • Sprach­stö­rung oder Verständnisschwierigkeiten
  • Plötz­li­che Seh­stö­rung (oft nur auf einem Auge) oder Doppelbilder
  • Hef­ti­ger Schwin­del mit Gehunfähigkeit
  • Plötz­li­che, unge­wöhn­li­che, hef­ti­ge Kopfschmerzen

Hitzschlag

Bei einem Hitz­schlag kommt es durch feh­len­de Wär­me­ab­ga­be in heis­ser Umge­bung zu einer Über­hit­zung des Kör­pers über 40 °C. Die stark erhöh­te Kör­per­tem­pe­ra­tur kann zu gerö­te­ter und tro­cke­ner Haut füh­ren, typi­scher­wei­se sicht­bar an einem roten Gesicht. Der Pati­ent kann Sym­pto­me einer Kreis­lauf­schwä­che zei­gen (tie­fer Blut­druck und schnel­ler Puls).

Bei einem aus­ge­präg­ten Hitz­schlag besteht die Gefahr, dass Was­ser im Gehirn ein­ge­la­gert wird (Hirn­ödem). Die Pati­en­ten kla­gen über Kopf­schmer­zen, Übel­keit und Erbre­chen. Auch Bewusst­lo­sig­keit ist möglich.

Hyperventilation

Zu schnel­les und ver­tief­tes Atmen wird als Hyper­ven­ti­la­ti­on (Hyper­ven­ti­la­ti­ons­syn­drom) bezeich­net. Durch die ver­än­der­te Atmung ver­liert der Betrof­fe­ne ver­mehrt Koh­len­di­oxid – die Koh­len­di­oxid-Kon­zen­tra­ti­on im Blut sinkt. Hyper­ven­ti­la­ti­on wird oft durch Auf­re­gung, Wut, Angst, Panik oder Stress verursacht.

Sym­pto­me:

  • Sub­jek­tiv lei­det der Pati­ent unter Atem­not und hat Panik.
  • Hyper­ven­ti­la­ti­onst­e­ta­nie: Nach kur­zer Zeit kommt es zu einem Krib­beln um den Mund und an den Hän­den. Die Hän­de ver­kramp­fen sich zu einer soge­nann­ten «Pföt­chen­stel­lung». Dies wie­der­um ver­ur­sacht noch mehr Panik.

I

Intubation

Als Intu­ba­ti­on bezeich­net man das Ein­füh­ren eines Schlauchs in die Luft­röh­re. Die­se Mass­nah­me dient einer­seits zur künst­li­chen Beatmung, ander­seits stellt die Intu­ba­ti­on auch einen Aspi­ra­ti­ons­schutz dar.

K

Kammerflimmern

Unbe­han­delt führt die­se lebens­be­droh­li­che Herz­rhyth­mus­stö­rung zum Tod. Beim Kam­mer­flim­mern erliegt, bedingt durch eine elek­tri­sche Unord­nung, die Pump­funk­ti­on des Her­zens. Dar­aus resul­tiert ein Herz-Kreis­lauf-Still­stand. Die The­ra­pie besteht aus der sofor­ti­gen Reani­ma­ti­on und Defibrillation.

L

Lungenembolie

Den Ver­schluss einer Lun­gen­ar­te­rie bezeich­net man als Lun­gen­em­bo­lie. Die häu­figs­te Ursa­che für Lun­gen­em­bo­lien sind Blut­ge­rinn­sel. Die wich­tigs­ten Sym­pto­me einer Lun­gen­em­bo­lie sind Atem­not und Brustschmerz.

Klei­ne Embo­lien ver­ge­hen oft unbe­merkt, Ver­schlüs­se gros­ser Lun­gen­ge­fäs­se hin­ge­gen belas­ten das Herz und kön­nen zum Herz-Kreis­lauf-Still­stand führen.

N

Notrufnummern

  • 144:   Sani­täts­not­ruf
  • 1414: Rega
  • 145:   Toxi­ko­lo­gi­sches Insti­tut (bei Vergiftungen)
  • 117:   Poli­zei­not­ruf
  • 118:   Feu­er­wehr­not­ruf
  • 112:   All­ge­mei­ner euro­pa­wei­ter Notruf

In Tele­fon­ka­bi­nen kön­nen die­se Not­ruf­num­mern kos­ten­los gewählt werden.

O

OPQRST-Schema

Beim OPQRST-Sche­ma han­delt sich um ein Fra­ge­sche­ma, das in der Not­fall­me­di­zin zur Beschrei­bung und Dif­fe­ren­zie­rung der Schmer­zen benutzt wird. Schmer­zen sind in der Not­fall­me­di­zin ein wich­ti­ges Leitsymptom.

P

Plötzlicher Herztod

Der plötz­li­che Herz­tod ist ein Herz­ver­sa­gen. Unbe­han­delt führt dies innert weni­ger Minu­ten zum Tod. Mög­li­che Ursa­chen für einen plötz­li­chen Herz­tod kön­nen Vor­er­kran­kun­gen oder gene­ti­sche Vor­be­las­tun­gen sein. Der direk­te Aus­lö­ser für den plötz­li­chen Herz­tod ist meis­tens Kammerflimmern.

Ursa­che des plötz­li­chen Herz­to­des bei Sport­lern kann eine Ver­di­ckung der Herz­schei­de­wand sein. Durch Leis­tungs­sport kann die­se soweit zuneh­men, dass der Aus­fluss­trakt aus dem Her­zen sich soweit ver­engt, dass zu wenig Blut aus dem Her­zen gepumpt wer­den kann.

Erhöh­tes Risi­ko für den plötz­li­chen Herz­tod haben Personen:

  • die bereits einen Herz­in­farkt erlit­ten haben
  • mit Herz­schwä­che oder Herzrhythmusstörungen
  • mit ver­kalk­ten Herz­kranz­ge­fäs­sen oder Herzklappenfehlern
  • mit durch­ge­mach­ter Herz­mus­kel­ent­zün­dung (Myo­kar­di­tis)
  • mit krank­haft ver­dick­tem Herzmuskel

Pseudokrupp

Der Pseu­do­krupp ist meist eine viral ver­ur­sach­te Kehl­kopf­ent­zün­dung, die eine Schwel­lung der Schleim­haut im betrof­fe­nen Bereich nach sich zieht. Beson­ders betrof­fen sind Säug­lin­ge und Kinder.

Die Sym­pto­me tre­ten sehr schnell ein: bel­len­der Hus­ten, pfei­fen­des Atem­ge­räusch beim Ein- und Aus­at­men, meist Hei­ser­keit. Fie­ber kann, muss aber nicht auftreten.

R

Reanimation

Bei einem Herz-Kreis­lauf-Still­stand soll­te man immer zuerst den Not­ruf 144 alarmieren.
Zunächst den Pati­en­ten laut anspre­chen und an den Schul­tern schüt­teln. Ist kei­ne Reak­ti­on bemerk­bar, wird der Pati­ent in Rücken­la­ge gedreht und eine Atem­kon­trol­le durch­ge­führt. Ist kei­ne Atmung mehr vor­han­den, wird mit Herz­druck­mas­sa­ge mit einer Geschwin­dig­keit von 100 bis 120 pro Minu­te und einer Druck­tie­fe von fünf bis sechs Zen­ti­me­tern begon­nen. Bei Kin­dern beträgt die ange­streb­te Druck­tie­fe ein Drit­tel des Brustkorbdurchmessers.

Bei Säug­lin­gen und Kin­dern wird neu mit 5 initia­len Beatmun­gen begon­nen. Danach wer­den Herz­druck­mas­sa­ge und Beatmung, wenn erlernt, im Ver­hält­nis 15 zu 2 durch­ge­führt (Emp­feh­lung SRC-Gui­de­li­nes 2021).

Nicht geschul­ten Hel­fern wird emp­foh­len, die Herz­druck­mas­sa­ge ohne eine Beatmung durch­zu­füh­ren, die soge­nann­te Hands-Only-CPR.

Geschul­te Hel­fer sol­len, wenn zumut­bar und mög­lich, ver­su­chen zu beatmen. Dann wird im Ver­hält­nis 30 zu 2 reani­miert: alter­nie­rend 30 Kom­pres­sio­nen und 2 Beatmun­gen (Emp­feh­lung SRC-Gui­de­li­nes 2021).

Wenn ein AED vor­han­den ist: Gerät ein­schal­ten und den Anwei­sun­gen folgen.
Die Abga­be des Elek­tro­schocks ist nur mög­lich, wenn der AED bei vor­an­ge­gan­ge­ner Ana­ly­se, die­sen auch für nötig befin­det. Mit einem AED ist es also nicht mög­lich, einen Pati­en­ten fälsch­li­cher­wei­se zu defibrillieren.

S

SAMPLER-Schema

Das SAM­PLER-Sche­ma geht auf alle rele­van­ten Fra­ge­stel­lun­gen einer kur­zen Not­fall­ana­mne­se ein und ist als Ergän­zung des ABCDE-Sche­mas zu verstehen.

Auf­bau:

  • Sym­ptoms (Sym­pto­me)
  • All­er­gies (All­er­gien)
  • Medi­ca­ti­on (Medi­ka­ti­on)
  • Past Medi­cal Histo­ry (Medi­zi­ni­sche Vor­ge­schich­te des Patienten)
  • Last Oral Inta­ke (Letz­te Nahrungsaufnahme)
  • Events pri­or to inci­dent (dem Vor­fall vor­an­ge­gan­ge­ne Ereignisse)
  • Risk fac­tors (Risi­ko­fak­to­ren)

Sonnenstich

Ein Son­nen­stich ist ein Hit­ze­s­cha­den, der durch eine län­ger andau­ern­de direk­te und inten­si­ve Son­nen­ein­strah­lung auf den Kopf oder Nacken ent­steht. Die Son­nen­strah­len rei­zen die unter der Schä­del­de­cke lie­gen­den Hirnhäute.

Cha­rak­te­ris­tisch für einen Son­nen­stich ist Nacken­stei­fig­keit (Menin­gis­mus), allen­falls auch ein heis­ser, gerö­te­ter Kopf. Wei­te­re typi­sche Sym­pto­me des Son­nen­stichs sind Schwin­del, Kopf­schmer­zen und Übelkeit.

Synkope (Kreislaufkollaps)

Eine Syn­ko­pe ist eine vor­über­ge­hen­de Bewusst­lo­sig­keit, bedingt durch eine Min­der­durch­blu­tung des Gehirns. Vie­le Betrof­fe­ne bemer­ken ein Flim­mern oder Schwarzwer­den vor den Augen, ehe sie das Bewusst­sein verlieren.

U

Unterzuckerung

Als Unter­zu­cke­rung (Hypo­gly­kämie) bezeich­net man die Absen­kung der Blut­zu­cker-Kon­zen­tra­ti­on im Blut unter den Norm­wert. Bei Dia­be­ti­kern kann dies nach einer Über­do­sie­rung von Insu­lin oder bei unge­nü­gen­der Nah­rungs­auf­nah­me nach dem Sprit­zen von Insu­lin geschehen.

Die Sym­pto­me einer Hypo­gly­kämie sind abhän­gig vom Schwe­re­grad der Unterzuckerung:

  • Heiss­hun­ger oder Übelkeit
  • Bläs­se
  • Mus­kel­schwä­che (wei­che Knie)
  • Schweiss­aus­bruch
  • Zit­tern, Unruhe
  • Müdig­keit
  • Ver­wirrt­heit, Verständnisschwierigkeiten
  • Krampf­an­fäl­le
  • Bewusst­lo­sig­keit

V

Verbrennung

Ver­bren­nun­gen sind Ver­let­zun­gen der Haut infol­ge von Hit­ze­ein­wir­kung. Ver­bren­nun­gen las­sen sich in drei bis vier Ver­bren­nungs­gra­de einteilen.

Die ver­brann­te Stel­le soll­te mög­lichst schnell für etwa 10 bis 15 Minu­ten mit nicht all­zu kal­tem Lei­tungs­was­ser gekühlt wer­den, um die Hit­ze­aus­deh­nung in die Tie­fe des Gewe­bes zu verringern.

W

Wirbelsäulenverletzungen

Eine Wir­bel­säu­len­ver­let­zung muss nicht zwin­gend mit einem Quer­schnitt­syn­drom ein­her­ge­hen. Bei Ver­let­zun­gen des Rücken­mar­kes kommt es zu Gefühls­stö­run­gen und Läh­mung. Oft sind Pati­en­ten mit Quer­schnitt­syn­drom beim Unfall ansprechbar.

Z

Zyanose

Bedingt durch man­geln­den Sauer­stoff ver­färbt sich die Haut bläulich.