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In der Schweiz erleiden jährlich etwa 8000 Personen einen Herz-Kreislauf-Stillstand. Ein solches Ereignis trifft immer wieder auch jüngere Menschen.

Der plötzliche Herztod trifft nicht nur Sportler. Gefährdet sind vor allem über 50-Jährige. Aber der stille Herztod auf dem Sofa kann auch junge Menschen treffen.

Im Notfall darf man keine Zeit verlieren. Sofort den Notruf 144 alarmieren und reanimieren, das kann Leben retten. Die Ursachen sind neben angeborenen Herzfehlern vielfältig: Eine koronare Herzkrankheit mit Kammerflimmern oder eine Herzmuskelentzündung kann verantwortlich sein. Diese wird nicht selten durch Viren ausgelöst. Deshalb raten Ärzte, eine Grippe immer auszukurieren. Auch mit dem Sport sollte man warten, bis man wieder völlig gesund ist. Liegt ein Verdacht auf eine Herzmuskelentzündung vor, gibt eine Magnetresonanztomographie Aufschluss über das individuelle Risiko.

Der akute Herz-Kreislauf-Stillstand ausserhalb des Spitals ist ein Ereignis mit schlechter Prognose. Die wenigsten Patienten können durch die Rettungsdienste rechtzeitig, innerhalb der kritischen Frist von 3 bis 5 Minuten nach Eintreten eines Herz-Kreislauf-Stillstands, erreicht werden. In der Regel vergeht bis zur Alarmierung (in der Schweiz Nummer 144) bereits zu viel Zeit. Mit jeder verlorenen Minute sinkt die Chance zu überleben um rund 10 Prozent. In der Schweiz überleben weniger als 5 Prozent der betroffenen Personen einen Herz-Kreislauf-Stillstand. Durch sofortige Wiederbelebung mit BLS (Basic Life Support) und dem Einsatz eines AED (automatisierten externen Defibrillators) könnten wesentlich mehr Menschen überleben.

Bei 4 von 5 Menschen wird der Herz-Kreislauf-Stillstand durch Kammerflimmern ausgelöst. Diese plötzlich auftretende Herzrhythmusstörung kommt einem elektrischen Gewitter gleich und bewirkt, dass das Herz keine Pumpleistung mehr erbringt. Mit BLS (Basic Life Support), also der Herz-Lungen-Wiederbelebung, wird der Kreislauf künstlich aufrechterhalten und die Sauerstoffversorgung der lebenswichtigen Organe sichergestellt. Mit der Defibrillation kann der Herzschlag durch einen elektrischen Schock wieder normalisiert werden. In den allermeisten Fällen bedingen sich somit BLS und Defibrillation gegenseitig: Herzdruckmassage und Beatmung, bis ein AED zur Stelle ist, und wiederum BLS nach der elektrischen Schockabgabe durch den Defibrillator.

Ein automatisierter externer Defibrillator (AED) ist ein medizinisches Gerät, welches den Herzrhythmus selbstständig analysiert und bei Bedarf einen Stromimpuls abgegeben kann. Der AED wurde speziell für die Anwendung durch Laien konzipiert und unterstützt die Laienreanimation durch akustische und optische Signale sowie gesprochene Anweisungen:

1. Einschalten des Geräts

2. Anbringen der Elektroden an der Brust des Betroffenen. Danach führt das Gerät selbstständig eine Analyse des Herzrhythmus durch. Nur wenn ein potenziell tödliches Kammerflimmern vorliegt, erteilt das Gerät die Aufforderung zum Auslösen des Elektroschocks.

3. Drücken des Knopfs zum Auslösen eines Elektroschocks

In der Schweiz gibt es keine offiziellen Vorschriften oder Regeln, was die Standorte und die Anschaffung von AEDs betrifft. reaplus gibt zu bedenken, dass es nicht ausreicht, einen AED irgendwo zu haben. Dies könnte ein Gefühl falscher Sicherheit fördern. Erfahrungen haben gezeigt, dass die Hemmungen, das Gerät anzuwenden, für viele Personen zu gross sind und der AED deshalb nicht eingesetzt wird. Zu einer minimalen Schulung wird deshalb dringend geraten.

Empfehlenswert sind solche Geräte an Standorten mit grosser Publikumsfrequenz wie z. B. an Bahnhöfen und Flughäfen, in Sportstadien, Sport- und Fitnessclubs, Einkaufszentren, grossen Konzertsälen sowie in Betrieben und Institutionen aller Art. reaplus fördert die Schulung von Ersthelfern, die in ihrem Umfeld wirksame Hilfe bei Herz- und Hirn-Notfällen leisten können.

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Offizielles Hinweisschild für den Defibrillator (AED).

Alles ist besser, als nichts zu tun! Wichtig ist in jedem Fall die sofortige Alarmierung der Notrufnummer 144 und der unverzügliche Beginn der Wiederbelebungsmassnahmen (BLS). Sobald ein AED zur Verfügung steht, kann den sprachlichen Anweisungen des Gerätes gefolgt werden. Die Abgabe des Elektroschocks ist nur möglich, wenn der AED bei vorangegangener Analyse diesen auch für nötig befindet. Mit einem AED ist es also nicht möglich, einen Patienten fälschlicherweise zu defibrillieren.

Wissen – Reanimationsrichtlinien 2015

Am 15. Oktober 2015 wurden die neuen Guidelines zur kardiopulmonalen Reanimation von der American Heart Association (AHA) und vom European Resuscitation Council (ERC) veröffentlicht. Diese lösen nach 5 Jahren turnusgemäss die Version aus dem Jahr 2010 ab.

 Reanimationsrichtlinien 2015 BLS-AED Deutsch (Guidelines 2015)

Reanimationsrichtlinien 2015 BLS-AED Französisch (Guidelines 2015)

Reanimationsrichtlinien 2015 BLS-AED Italienisch (Guidelines 2015)

Reanimationsrichtlinien 2015 BLS-AED Englisch (Guidelines 2015)

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